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Es ist schwierig sich zu entscheiden, wo man mit schreiben beginnen soll, wenn es darum geht, die jüngste rassistische Verunglimpfung zu kommentieren, die Präsident Donald Trump während einer Zeremonie geäußert hat, die eigentlich dafür gedacht war, drei Veteranen des 2. Weltkriegs der Navajo zu ehren.

Diese Helden, die wie Angehörige anderer Stämme wie z. B. auch der Lakota, halfen bei der Kommunikation der amerikanischen Streitkräfte im Krieg als Code-Talker, so wie es die Cherokee and Choctaw während des 1. Weltkriegs getan hatten. (Anm. D. h. sie gaben Befehle über Funk in ihrer jeweiligen Stammessprache weiter. Diese Codes wurden nie geknackt.) Ungeachtet der Diskrimination und des Rassismus, dem sie ständig ausgesetzt waren, haben Indianer immer ehrenvoll im Militär gedient und damit sowohl ihr Land als auch ihre Ältesten geehrt.

Link zum CNN video (in englisch), Link zur deutschen Fassung

Ich frage mich, ob man von diesen Navajo Veteranen verlangen kann, dass sie daneben stehen und zuhören müssen, wie der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, eine politische Gegnerin (Senatorin Elizabeth Warren, die wahrscheinlich auch indianische Vorfahren hat) angreift und sie spöttisch als "Pocahontas" bezeichnet? Mußte während dieser Ehrung ihrer Leistung im Krieg unbedingt eine der berühmtesten indianischen Personen, die während der ersten Zeit der weißen "Zivilisation" lebten, in respektloser Weise und mit verächtlichem Ton erwähnt werden, nur im eine politische Gegnerin zu diskreditieren?

Als der Verfasser dieses Textes von diesem widerlichen Kommentar erfuhr, fühlte er sich hin- und hergerissen zwischen Schuldgefühl und Beschämung, da auch er, so wie Donald Trump ein weißer Amerikaner ist und ihm hierdurch wieder schmerzlich in Erinnerung gerufen wurde, dass die europäische Invasion und Eroberung von Nordamerika als Völkermord an den eingeborenen Nationen begann und bis zum heutigen Tag andauert. Ab dem ersten Landraub bis zum Trail of Tears (Anm.: Pfad der Tränen, Umsiedlung der Cherokee nach Oklahoma), den Präsident Andrew Jackson, einer von Trumps Helden initiiert hatte, über die Verteilung von pockeninfizierten Decken, den vielen Massakern bis hin zu der heutzutage herrschenden Ignoranz gegenüber dem verzweifelten Kampf vieler Indianer, auf ihren Reservationen zu überleben, hat man den Eindruck, dass der Völkermord nie aufhört.

Rassisten beharren auf ihren fortwährenden Beleidigungen und Attacken.Vom verächtlichen Kommentar eines Donald Trump über die unsensible Benennung von Sportvereinen bis dahin, dass Lakota-Grundschüler, die mit ihrer Klasse ein Hockeyspiel in Rapid City, Süddakota besuchten, mit Bier übergossen wurden, die erwachsenen Lakota in den Alkohol verkaufenden Läden von Whiteclay südlich der Reservation ausgebeutet werden und so weiter, ....: der ausgesprochene Mangel an Scham- und Schuldgefühlen sowie vielen Mißverständnissen im Umgang mit Indianern durch ihre amerikanischen Mitbürger macht immer wieder sprachlos.

Während die Unterstützer von One Spirit hier ganz klar einen anderen Standpunkt vertreten und Geld, Lebensmittel, Kleidung und mehr spenden, um die Lakota dabei zu unterstützen, sich selbst zu helfen, ein besseres Leben zu führen ohne ihre Traditionen zu vergessen, veranlassen uns die Taten und Aussagen einiger unserer Zeitgenossen dazu, innezuhalten und zu versuchen, diejenigen, die so viel Verachtung und Hass im Herzen tragen, eines besseren zu belehren.

Zur Information: Pocahontas war die Tochter von Powhatan (Häuptling eines großen Bündnisses von Algonquin sprechender Stämme). Sie half den Siedlern in Jamestown (wobei sie wahrscheinlich das Leben von John Smith rettete) und, obwohl sie während des ersten Krieges mit den Siedlern, der wegen Landrechten entbrannte, gefangengenommen wurde, heiratete sie John Rolfe, wodurch es für beide Seiten eine friedliche Zeit gab, die als "Frieden von Pocahontas" bezeichnet wurde. Schließlich ging sie mit ihrem Mann nach England, wo sie auch starb und begraben wurde. Sie ist daher ein frühes Symbol für eine friedliche Koexistenz. Was gibt einem Präsidenten über 300 Jahre später das Recht, ihren Namen beleidigend zu gebrauchen, um jemanden klein und verächtlich zu machen?

Gyasi Ross, ein Schwarzfuß Indianer und Journalist, der für das Indian Country Media Network arbeitet, erinnerte kürzlich daran, dass Trump sich einmal darüber beschwerte, dass seine Kasinos Geld verlören, weil die Kasinos auf den Reservationen ihm gegenüber Vorteile hätten (er behauptete: "Sie sehen nicht wie Indianer aus"). Ross stellte in einem Interview klar, dass jemand wie Trump kein Recht dazu hätte, auch nur den Namen von Pocahontas zu erwähnen, vor allem nicht als Teil einer Beleidigung. Er fügte hinzu: "Ich denke, wir müssen das ganz klar sehen: Donald Trump steht für eine antiquierte und überkommende Art zu denken, die leider immer noch existiert."

Nach meiner Meinung ist das fast zu vernünftig und unparteiisch ausgedrückt.

Da fällt mir die Textzeile aus dem Lied "Sag mir, wo die Blumen sind" ein: "Wann wird man je verstehen, wann wird man je verstehen?"

Ich danke allen aus unserer One Spirit Familie dafür, dass Ihr seid, wie Ihr seid und dass Ihr Euch für die Lakota einsetzt. Wir müssen weiterhin daran arbeiten, diejenigen, die es nötig haben, aufzuklären. Das sind insbesondere diese Personen, die zu blind sind, um über ihren eigenen Haß und ihre Unsicherheit hinauszusehen.

Die ständigen Hasstiraden des Präsidenten und vieler anderer sollten uns immer daran erinnern, unsere eigenen Vorurteile zu überdenken und statt zu schimpfen lieber mit all den Menschen zusammenzuarbeiten, die eine bessere Welt schaffen wollen.


Text von Jim Drevescraft