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Wir möchten mit Ihnen Jeris Geschichte teilen, da alle, die sie kennen, sie auch lieben. Im Folgenden veröffentlichen wir ihre Dankesrede, die sie an ihrer Schule, dem Berea College, hielt, wo sie mit deren Auszeichnung für soziale Dienste für das Jahr 2018 ausgezeichnet wurde.

 

Receiving Award

Jeri Baker bei der Übergabe der Auszeichnung 2018, die sie vom Direktor des Berea College, Herrn Lyle Roelofs, erhielt.

"Es ist eine große Ehre für mich, wieder hier im Berea College zu sein und alte Bekannte zu treffen. Während ich hier studierte, erhielt ich nicht nur die Ausbildung, die ich brauchte, um im Leben erfolgreich zu sein, sondern auch ein Motto, um als Führungsperson zu wirken: "Gott hat alle Menschen auf der Welt aus demselben Blut geschaffen." Wie wir wissen, ist dies das Motto von Berea seit dem Jahr 1855 und die Schüler verinnerlichen es und tragen es mit sich, wenn sie hinausgehen, um den Menschen zu helfen, die noch nie von Berea gehört haben und das vielleicht auch nie tun werden."

"Ich möchte Ihnen gern von meinen Erinnerungen aus meiner Zeit in Berea erzählen und Ihnen anschließend einige Beispiele aufzeigen, in welcher Art und Weise mich das Motto von Berea durchs Leben geführt hat UND wie das, was ich hier gelernt habe, Auswirkungen auf tausende von Menschen hatte."

"Als ich hier ankam, war ich 15 Jahre alt und meine beiden Eltern waren gerade gestorben. Ich war ein verschüchterter Teenager, hatte kein Geld und die Gegend um die Appalachen (Anm.: Mittelgebirge an der Ostküste der USA) noch nie verlassen. Ich machte mich zum ersten Mal in die Welt auf und das ganz alleine."

"Ich kam zur Stiftungsschule. Die Lehrer testeten mich gleich, damit sie mich der meinen Fähigkeiten entsprechenden Klasse zuordnen konnten. Als der Unterricht begann bemerkte ich, dass es zwei verschiedene Arten Lehrbücher gab, die ausgegeben wurden, die normalen Bücher und dann noch andere, die für die Schüler gedacht waren, die das geforderte Niveau noch nicht erreicht hatten."

"Ich hatte eine wahnsinnige Angst, dass sie durch den Test evtl. festgestellt haben könnten, dass meine bisherige Ausbildung lückenhaft war und ich demzufolge Bücher für die Schüler bekommen würde, die noch etwas aufzuholen hatten. Zu dieser Zeit wurden "Hinterwäldler" als geistig beschränkte Leute angesehen und das war mir sehr bewußt. Mir war nicht klar, dass damals die meisten Schüler in Berea "Hinterwäldler" waren. Ich wollte einfach nur das Gefühl haben, am richtigen Ort zu sein. Ich werde nie vergessen wie erleichtert ich war, als ich die Standardbücher bekam."

 

Jeri and her former roommate with husband

Jeri sitzt zwischen ihrer Zimmergenossin Linda Sanford und ihrem Mann Chuck.

"Während der folgenden Monate wurde mir und den anderen "Hinterwäldlern" in Berea klar vermittelt, dass ganz egal, welche Bücher wir auch erhalten hatten, unsere Herkunft respektiert wurde und dass jeder Einzelne von uns ein wertvoller Mensch war."

"Ich erinnere mich daran, dass meine erste Englischlehrerin Frau Scribner, zu uns sagte: "Wenn ihr diese Schule verlaßt, nehmt ihr euren schönen Dialekt mit, aber ihr werdet ihn gebrauchen, um ordentliches English zu sprechen." Sie war eine sehr engagierte Frau und sie wollte, dass wir auf der ganzen Welt und von allen Menschen anerkannt wurden. Sie sollten uns nicht als geistig beschränkt, sondern als gebildete Leute ansehen. Das war auch für uns eine Lehre!"

"Als zweites erinnere ich mich daran, wie sich um mich gekümmert wurde. Wenn ich einsam war und weinte, wußte ich, dass ich jederzeit zu meiner Vertrauenslehrerin gehen konnte. Sie umarmte mich. Sie setzte sich zu mir und wir redeten. Sie versicherte mir, dass ich unter Leuten war, die sich um mich kümmerten und dass meine Bedürfnisse erfüllt werden würden."

"Sie und alle anderen Leute hier hatten das Berea Motto verinnerlicht, nach dem es wichtig ist, alle Menschen zu akzeptieren und einzubeziehen und sie in ihrer Unterschiedlichkeit zu respektieren."

"Das Motto von Berea führt einen Glauben fort, der in unserer Welt oft nicht mehr beachtet wird. In den vielen Jahren nach meinem Abschluß habe ich oft über dieses Motto nachgedacht, insbesondere, wenn ich in Situationen war, in denen andere Menschen nicht als ebenbürtig behandelt wurden, egal, ob durch Gesetze oder soziale Normen, oder wenn man jemandem gegenüber einfach ungerecht war. Meine Herkunft aus den Bergen und das, was ich in Berea gelernt habe, veranlassten mich dazu, mich einzumischen, anstatt untätig herumzusitzen."

"Ich habe 30 Jahre lang als Sozialarbeiterin in New York City, Connecticut und Virginia gearbeitet. Während dieser Zeit stellte ich immer wieder mit Schrecken fest, dass es für Kinder, die seelisch und geistig zurückgeblieben waren, unmöglich war, adäquate Hilfe zu bekommen, solange sie bei ihren Eltern wohnten, da es diesen in der Regel nicht möglich war, die enormen Kosten aufzubringen und die Krankenkasse dafür nicht bezahlte. Auf der anderen Seite übernahm der Staat für Pflegekinder alle Kosten für notwendige Behandlungen. Eltern, die behinderte Kinder hatten, waren daher gezwungen, sich zu entscheiden, ob sie ihre Kinder bei sich behalten oder sie dem Staat in Pflegschaft überantworten sollten, damit sie überhaupt eine Behandlung erhielten."

 

Jeri and family

Jeri sitzt zwischen dem Direktor von Berea, seiner Frau und der Enkelin Josie. Außen herum steht ihre Familie:
die Söhne Richard und Jason, Tochter Melissa, Enkel Seamus, Rebecca, Josie und Louisa May, Nichte Sherry Rostron
und ihr Mann Glen und ihre frühere Zimmergenossin Linda Sanford und deren Mann Chuck

"Ich arbeitete mit den Professoren der Justizabteilung der Universität in Richmond zusammen, um eine gesetzlich anerkannte Klinik für diese Kinder und ihre Familien zu gründen. Durch die Klinik sollte sichergestellt werden, dass die Kinder sowohl eine angemessene und kostenlose Ausbildung als auch eine Behandlung erhalten würden, während sie bei ihren Eltern bleiben konnten. Wir informierten uns auch über die Gesetze und Bestimmungen in anderen Bundesstaaten und veröffentlichten unsere Ergebnisse. Diese Untersuchungsergebnisse wurden der Regierung des Staates Virginia übergeben und wir erreichten, auch mit der Hilfe vieler anderer Menschen, dass schließlich das Gesetz geändert wurde. Anschließend daran überzeugte eine Gruppe von Anwälten in Washington D. C. die Regierungen anderer Bundesstaaten, ebenfalls ihre entsprechenden Gesetze und Bestimmungen zu ändern."

"Nachdem ich in Rente gegangen war, wollte ich auch weiterhin Menschen helfen. Meine Tochter brachte mich mit einem Medizinmann auf der Mattaponi Reservation in Virginia zusammen. Er versuchte, ein Sponsorenprogramm für Lakota-Kinder auf der Pine Ridge Reservation in Süddakota einzurichten."

"Während eines Besuchs auf der Reservation erfuhr ich zum ersten Mal von den schlimmen und ärmlichen Bedingungen, unter denen ca. 40.000 Lakota leben. Z. B. müssen sich manchmal Familien mit 10 – 20 Personen eine 3-Zimmer-Wohnung teilen, für die sie auch nur einen Ofen zum Heizen haben. Kinder hungern, Großeltern hungern, damit sie das wenige Essen, das sie haben, den Kindern geben können. Die Selbstmordrate unter den Jugendlichen ist 5x höher als im Rest der Vereinigten Staaten. 75% der Teenager verlassen die Schule ohne Abschluß und fast alle Familien haben mit Drogenproblemen zu kämpfen. Die Arbeitslosenquote liegt bei 80% und die durchschnittliche Lebenserwartung bei 48 – 50 Jahren. Es ist die ärmste Gegend im ganzen Land."

"Diese Lebensumstände erinnern den einen oder anderen vielleicht daran, wie es früher in den Appalachen war. Ich wurde mit der Situation konfrontiert und konnte sie nicht auf sich beruhen lassen. Daher gründete ich One Spirit und begann, mit den Lakota zusammenzuarbeiten, um gemeinsam neue Wege zu finden, aus dieser Misere herauszukommen."

"In den vergangenen 14 Jahren haben wir zusammen ein Lebensmittelprogramm auf die Beine gestellt, dass mittlerweile monatlich mehr als 5.000 Personen mit gesundem Essen versorgt. Wir haben Lakota angestellt, damit sie Holz hacken und es an bedürftige Familien auf der Reservation ausliefern, damit diese ihre Wohnung heizen können. Wir haben ein Schutzhaus und ein Jugendzentrum gebaut. Wir arbeiten mit ihnen zusammen, um die Büffel zurückzubringen und gerade haben wir unser letztes Projekt fertiggestellt, ein Schlachthaus auf der Reservation, in dem Büffel geschlachtet werden können. Für den Jugendlichen haben wir Langstreckenrennen und ein Lacrosse-Team gesponsert. Wir möchten, dass die Jugendlichen wieder ein Ziel vor Augen und Hoffnung haben."

"Auf der Pine Ridge Reservation habe ich 40.000 intelligente Menschen gefunden, die noch nach ihrer Kultur leben und über ein Wissen verfügen, dass mit der Welt geteilt werden sollte, wenn diese nur zuhören würde. Auch das erinnert mich wieder an die Appalachen. Gott hat wirklich alle Menschen auf der Erde aus demselben Blut geschaffen."

 

Jeri, the president of Berea college and his wife

Ein schönes Foto von Jeri, die zwischen dem Direktor  Lyle Roelofs und seiner Frau Laurie sitzt.
Sie sind so stolz auf sie wie es auch wir sind!

 

"Es wird Sie nicht überraschen zu hören, dass wir mit One Spirit Menschen aus den gesamten USA, in Europa und anderen Teilen der Welt gefunden haben, die in ihren Herzen die wahre Bedeutung des Berea Mottos tragen."

"Tausende Sponsoren und 150 Freiwillige haben die One Spirit Programme unterstützt, ohne dass sie hierfür eine Bezahlung erhielten. Wir alle wurden aber mehr als entschädigt durch unser Wissen, dass die Lakota mit Respekt ihnen gegenüber unterstützt wurden auf ihrem Weg, sich selbst zu helfen."

"Mir ist es auch gelungen, den Geist der Lakota zu verstehen und er erinnert mich an den Geist, der in Berea herrscht und an das Berea Motto. Die Lakota haben Geschenke, die sie gern teilen möchten und wenn diese Geschenke angenommen werden, kann unsere Welt ein wunderbarer Platz zum Leben werden."

"Gegenüber der Berea Schule bin ich sehr dankbar. Was ich und alle anderen Schüler, die je durch diese Türen hereinkamen und in Ihren Klassenräumen gelernt haben, zeigt weitreichende Wirkung. Ich habe davon profitiert, Kinder mit seelischen und geistigen Behinderungen haben davon profitiert und auch die Lakota haben von Ihrer Liebe und der gezeigten Menschlichkeit profitiert. Das kann man mit der Anzahl der Schüler, die je in Berea waren, multiplizieren und dadurch hat es schließlich eine große Auswirkung."

"Mein Dank gilt der Berea Schule."

 

Bravo, Jeri ... gut gemacht!

 

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