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Die Ankunft des Frühlings auf der Pine Ridge Reservation zeigt sich durch dieselben Merkmale wie überall: Bäumen treiben Knospen, erste widerstandsfähige Pflanzen kämpfen sich durch Eis und Schnee und das wärmere Wetter bringt den Menschen das Gefühl großer Erleichterung.

 

Schneebedeckte Blüten

 

Es handelt sich nicht nur um die Erleichterung, die wir alle spüren, wenn die große Kälte, der Schnee und die schneidenden Winden allmählich verschwinden, vielmehr verspüren die Menschen auf der Reservation tiefe Dankbarkeit dafür, dass die grimmige Kälte verschwindet – zumindest bis zum nächsten Winter. Dann haben wieder viele der Oglala Lakota mit unzureichenden Heizmöglichkeiten zu kämpfen, wodurch bestehende gesundheitliche Beeinträchtigungen noch verschlimmert werden und Menschen mit schwachem Immunsystem besonders leicht krank werden. Darüber hinaus müssen viele Familien noch eine Wahl treffen – entweder Lebensmittel oder Heizmaterial zu kaufen. Auch diese Problematik führt vermehrt zu Selbstmordgedanken und –versuchen. Aber im Moment sind wir glücklich, dass die schwierigste Zeit des Jahres erst einmal hinter uns liegt.

Es hat den Anschein, dass wir von One Spirit immer eine Aufholjagd veranstalten, insbesondere im Winter. In dieser Zeit erhalten wir nicht nur vermehrte Anfragen nach Lebensmitteln; mit unserer Arbeit unterstützen wir die Gemeinschaft bei ihrem tapferen Kampf, ohne ausreichend Essen und/oder Heizmaterial durch den Winter zu kommen. Wir tun alles, was irgendwie möglich ist, aber es ist nach wie vor sehr schwierig, die Lakota mit elementaren Dingen zu versorgen die sie brauchen, um sich selbst zu helfen, ganz zu schweigen von der Ermutigung, ihre Kultur hochzuhalten.

 

Großzügige Fremde

Es passiert jedoch immer wieder, dass liebenswürdige Menschen den Wunsch verspüren, ihren Mitmenschen zu helfen und wir haben den Eindruck, dass sie plötzlich aus dem Nichts auftauchen.

 

Trail Center Lodge   Neiman Enterprises

Als die Online-Zeitung The Huffington Post einen Bericht über die Misere im Winter auf der Pine Ridge Reservation recherchierte, wandten sie sich unter anderem auch an unsere Chefin Jeri Baker, die sie mit Informationen über unser Holzprogramm und den Sinn dahinter informierte. Sie sprach auch darüber, dass wir noch so viel mehr unternehmen könnten, wenn wir die Mittel dazu hätten.

Anfangs des Jahres, als noch eisige Winterstürme unbarmherzig über die Pine Ridge Reservation fegten, als wir von One Spirit mit unserem Latein am Ende waren, als es darum ging, die Lakota mit gesundem Essen und so viel Holz wie möglich zu versorgen, passierte plötzlich etwas Erstaunliches.

 

Bringing wood to the Rez

 

Weit draußen in den Wäldern des nördlichen Minnesota las Sarah Hamilton den Artikel in der Huffington Post und beschloß, etwas zu tun, um den Einwohnern von Pine Ridge zu helfen. Ihre Familie lebte einige Jahrzehnte am Poplar Lake und am Gunflint Trail im Arrowhead Gebiet des nordöstlichen Minnesota und betrieb dort eine Trail Center Lodge (Anm.: ähnlich wie bei uns eine Berghütte für Wanderer als Ausgangspunkt für Wandertouren). Ursprünglich war diese Lodge als Unterkunft für Waldarbeiter im Jahr 1900 errichtet worden. Im Laufe der Jahre kam eine Kneipe dazu, ein Lebensmittelladen, ein Restaurant und eine Hütte zum Übernachten. Bis heute ist diese Hütte ein wichtiger Bestandteil. Außerdem hat die Familie Hamilton eine Firma gegründet, die hochwertige getrocknete Lebensmittel für Camper herstellt (campchow.net).

Sie unterstützen bereits viele andere gute Sachen und haben auch Lebensmittel für die Opfer des Hurrikans in Puerto Rico versandt und Sarah hilft jetzt auch One Spirit und den Oglala Lakota. Sie hat eine Spendenaktion für das Holzprogramm gestartet und ihre Kenntnis der Holzindustrie dafür verwendet, Neiman Enterprises anzusprechen, um zu sehen, ob sie helfen können.

Bei Neiman Enterprises handelt es sich um einen Familienbetrieb, der in der 3. Generation geführt wird und in Hulett, Wyoming im Jahr 1958 gegründet wurde. Sie haben sich darauf spezialisiert, erstklassige Holzprodukte unter Anwendung nachhaltiger Methoden herzustellen.

Marcus Neiman aus der Abteilung Spearfish Forest Products hat sich dazu bereit erklärt, Holzschnitzel, die bei ihrer Produktion anfallen, an das Holzprogramm von One Spirit zu spenden. Daraufhin wurden zwei Mulden, die mit Lkws transportiert werden können, auf dem Firmengelände aufgestellt. Wenn sie mit Holz gefüllt sind, werden sie von der Oglala Sioux Tribe Solid Waste Company zurückgeholt auf die Reservation.


Oglala Sioux Tribe Solid Waste


Leslie Mesteth von der Stammesverwaltung war so freundlich, die Transportkosten für das Holz so niedrig wie irgend möglich zu halten. Ohne ihre spontane und begeisterte Unterstützung hätten wir keine Möglichkeit gehabt, das Holz von Spearfish Forest Products zur Reservation zu transportieren. Leslie und der Stammesrat stellen Mulden für das Holz sowie den Transport zu einem extrem reduzierten Preis zur Verfügung, um damit auch unser Programm zu unterstützen.

Sobald das Holz auf der Reservation ist, wird es von Bamm Brewer und seinem Team an die Familien verteilt, die den größten Bedarf haben. Durch diese harte Arbeit erhalten die Männer seines Teams eine angemessene finanzielle Entschädigung und darüber hinaus die Befriedigung zu wissen, dass sie mit dazu beitragen, anderen Lakota zu helfen, warm durch die harten Wintermonate zu kommen. Manchmal kommt das Glück zu den Menschen, die guten Willens sind. In diesem Fall kam unser Holzprogramm auf stabile Beine und wurde auch enorm ausgeweitet, dank der Energie und dem Engagement dieser neuen Freunde von One Spirit. Wir sind außerordentlich dankbar für ihre Güte und ihre Großzügigkeit.

Laden des Pickup für die Auslieferung

 

Eine gute Sache sollte eine andere nach sich ziehen

 

Dadurch, dass wir in der Lage sind, unser Holzprogramm dank unserer neuen Freunde auszuweiten, haben wir auch ein Bewußtsein dafür bekommen, dass wir bessere Mittel brauchen, um das Holz, das wir jetzt zur Verfügung stellen können, zu verbrennen.

Jeden Winter brechen Feuer aus, da es nur unzureichende Möglichkeiten gibt, das Holz sicher zu verbrennen und Holz ist nun mal für viele Familien die einzige Wärmequelle in ihren Wohnungen.

Wie Sie wissen sind viele Lakota Wohnungen sehr klein und schlecht oder gar nicht isoliert. Trotzdem sind sie auf ihre Holzöfen angewiesen, die jedoch unter diesen Bedingungen ein Sicherheitsrisiko darstellen. Da es kein Geld für moderne Öfen gibt, die auch weniger Heizmaterial verbrauchen, sind viele Holzempfänger immer noch gezwungen, das Holz in diesen unsicheren Öfen zu verbrennen, was ironischerweise die Gefahr erhöht, dass das ganze Haus plötzlich in Flammen steht.

 

Niedergebrannter Trailer

 

Was viele Wohnungen der Oglala Lakota wirklich brauchen, ist ein moderner, wenig Holz verbrauchender Ofen, der ordentlich angeschlossen wird und für den es eine gute Entlüftung gibt. Diese Art Ofen ist nicht billig und daher jenseits der finanziellen Möglichkeiten der meisten Reservationsbewohner, die jeden Cent für ihre täglichen Grundbedürfnisse ausgeben müssen.

Daher muß jetzt eine gute Sache eine andere nachziehen. Da wir das Glück hatten, Sarah Hamilton, Marcus Neiman und Leslie Mesteth als engagierte Partner der One Spirit Familie zu gewinnen, wenden wir uns nun an unsere loyalen Unterstützer und bitten nicht nur um eine extra Spende für unser neu geschaffenes One Spirit Ofenprogramm, sondern auch darum, dass Sie mal überlegen, ob Sie jemanden oder eine Firma kennen, die uns dabei helfen könnte, moderne, sichere und verbrauchsreduzierte Öfen anzuschaffen und zu installieren bei den Familien, bei denen der Bedarf am dringendsten ist.

Es könnte ja sein, dass jemand von Ihnen eine Idee hat, wie wir dieses neue Ziel erreichen können, das unser Lebensmittel-, Holz-, Sport-, Kultur- und Jugendprogramm ergänzt und den Lakota hilft in ihrer Arbeit, ihre Lebensumstände zu verbessern unter Berücksichtigung ihrer einzigartigen Kultur.

Wenn Sie etwas zum Erreichen dieses neuen Ziels beitragen können, wenden Sie sich bitte an Jeri Baker (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!), ihre Assistentin Lisa Knouff (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) oder One Spirit Deutschland (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).

 

Mit der Fertigstellung des Schlachthauses, der fortschreitenden Entwicklung des Jugendzentrums in Allen, der ständigen Erweiterung unseres Lebensmittelprogramms, der Ausweitung und Vergrößerung des Holzprogramms und der jetzt neu gestarteten Suche nach Wegen, den größtmöglichen Nutzen aus den neu gewonnenen Holzlieferungen zu ziehen, macht One Spirit guten Fortschritt dabei, unser Ziel, den Lakota Hilfe zur Selbsthilfe zu geben, zu erreichen.

 

Dies alles wäre uns ohne Sie, unsere Unterstützer, nicht möglich.

Daher gilt Ihnen unser Dank, Wopila Tanka!

 

 

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